Geschichte

1957

Die "Julius D. A. Marxen" wurde bei der Hamburger Werft "Pohl und Jozwiak" als Lotsenversetzboot gebaut und in Dienst gestellt.

Auf derselben Werft entstand auch das Schwesterschiff "Adolph A. H. Fokkes".

Die Schiffe wurden sehr stark (Eisklasse) und mit großem Tiefgang (Propellerschutz gegen Eisschlag) bestellt und somit an die strengen Winter der 1950er Jahre angepaßt. Der große Tiefgang von 2,50 m (mit Wasserballast in der Achterpiek 2,75 m) ergibt gute Seegangs- und Manövriereigenschaften. Das Schiff ist ungefähr zur Hälfte genietet und zur Hälfte geschweißt. Spanten und Bodenwrangen sowie Längsstöße genietet, Querstöße, Schotten, Deck, Aufbauten mit allen Streifen geschweißt.

Schiffstaufe am 07.10.1957
Schiffstaufe am 7.10.1957

Eine sehr elegante Unterwasserform und die Länge von 20 m ergaben schon mit nur 260 PS (AEG Fahrmotor) eine Geschwindigkeit von 10,5 kn. Die Erstausstattung des Antriebs waren 2 Dieselgeneratoren, je 170 PS und ein Fahrmotor mit Getriebe und der gewaltigen Untersetzung von 7:1, die eine Wellendrehzahl von 'nur' 180-1 bei einem Propeller-Durchmesser von 1.800 mm ergab.

ab 1957

Lotsenstation Köhlfleet

"Marxen" und "Fokkes" sind nun als Lotsenboote an der Lotsenstation Köhlfleet für die Hamburger Behörde "Strom- und Hafenbau" eingesetzt.

Jeweils zwei Schiffsführer fahren im Schichtdienst. Die Lotsenversetzer sind Tag und Nacht im Dienst, um Hafen- und Elblotsen abzuholen oder an Bord der aufkommenden und abgehenden Frachtschiffe zu bringen.

Foto: Hasenpusch (C)

1973

Die "Marxen" wird umgebaut. Das hölzerne Ruderhaus wird durch eines aus Aluminium ersetzt.

Der Diesel-Elektroantrieb, wird ausgebaut und durch einen Direktantrieb, einen 12-Zylinder MWM-Diesel mit 350 PS, ersetzt. Dieser ergibt über ein Wendegetriebe (3:1) nun eine Wellendrehzahl von 500 Umdrehungen bei einem Propeller-Durchmesser von 1.230 mm.

Da die neue Technik sehr viel weniger Platz beansprucht, ist der Maschinenraum heute ungewöhnlich geräumig und komfortabel.

Ebenso wurde die Hydraulikruderanlage, Radar, UKW, Heizung und Elektrik erneuert und es wurde noch einiges an Details geändert.

1996

"Julius D. A. Marxen" wird außer Dienst gestellt. Zwei Nachfolgerschiffe, "Lotse 1" und "Lotse 2", in ihrer Bauart ganz ähnlich, ersetzen die Hafenveteranen nach fast 40jährigem Einsatz.

1997

Strom- und Hafenbau Hamburg versteigert beide Schiffe. Während "Fokkes" nach Holland verkauft wird, ersteigert der Hamburger John Lührs die "Marxen".

1998

John Lührs, Inhaber der Fa. Lührs Schiffstechnik, überholt und repariert Motor, Getriebe und Rumpf.

1999 ff.

Die "Marxen" soll als Traditionsschiff weitestgehend im Originalzustand erhalten bleiben und als Teil der jüngeren Hamburger Hafengeschichte einem interessierten Publikum zugänglich und erlebbar gemacht werden.