Lotsenwesen

Seit über 350 Jahren besteht auf der Elbe Lotsenpflicht - aus gutem Grund! Wechselhafte Wetterverhältnisse, eine begrenzte Wassertiefe, Tidenhub von heute 3,70 m und starke Gezeitenströme machen die Elbe und den Hamburger Hafen zu einem anspruchsvollen Fahrgebiet. Die zunehmende Größe der Schiffe macht das Manövrieren, trotz fortschreitender Technik, nicht einfacher.

Lotsen heute

Von der Deutschen Bucht bis zur Hamburger Hafengrenze befindet sich ein Seelotse der Lotsenbrüderschaft Elbe an Bord. 260 Seelotsen stehen hierfür zur Verfügung. Im Hafengebiet übernimmt der Hafenlotse der Hamburger Hafenlotsenbrüderschaft die Verantwortung für das An- und Ablegen, das Ein- und Ausdocken und für die Wendemanöver, immer in Zusammenarbeit mit den Hafenschleppern. Hierfür stehen 75 Lotsen bereit, ca. 25 Schlepper, einige Festmacherboote sowie 2 Lotsenversetzboote.

Wie kommt der Lotse an Bord?

"Eigentlich ist seit Jahrhunderten der Versetzvorgang für die Lotsen auf See fast unverändert geblieben: Der Lotse muss [...) mit einem möglichst kleinen, manövrierfähigen und trotzdem extrem seetüchtigen Boot zu einer Lotsenleiter an der Bordwand des Schiffes gebracht werden. Über diese Leiter klettert der Lotse bei Wind und Wetter an der Bordwand hoch und begibt sich dann auf schnellstem Weg auf die Brücke!"
(So der Bundesverband der See- und Hafenlotsen auf seiner Website www.bshl.de)

Kurzer geschichtlicher Abriss über das Lotsenwesen

Seit Anbeginn der Seefahrt weisen ortskundige Personen fremden Schiffen den Weg zum Hafen. Auch auf der Elbe fanden sich schon im 14. Jahrhundert Fischer, die als "Loots" oder "Piloten" ein Zubrot verdienten.

1610: Hamburg verpflichtet den ersten "Piloten bey der Stadt", der dem Rate der Stadt einen Lotseneid schwören muß.

1639: Hamburg erläßt eine Pilotage- und Schragenordnung (Gebührenordnung)

1656: Das erste umfassende deutsche Lotsenregelwerk wird erlassen - die Hamburger Pilotageordnung. Sie legt fest, dass Lotsen ein Examen ablegen müssen und von der Admiralität vereidigt werden, dass stets 2 Lotsenschiffe in der Außenelbe auf Position sein müssen und führt die Lotsenannahmepflicht in Abhängigkeit vom Tiefgang ein.

Diese Admiralitätslotsen begleiten die Schiffe von der Elbmündung bis Scheelenkuhlen oder Glückstadt. Die restliche Strecke bis Hamburg übernahmen die Overlotsen. Unter diesem Begriff sammeln sich bis zu 5 Brüderschaften: Hamburg, Oevelgönne-Neumühlen, Blankenese, Glückstadt und die Hannoversche. 1942 schließen sich diese zur Lotsenbrüderschaft Hamburg zusammen. Nach einem weiteren Zusammenschluß mit den Cuxhavener Lotsen wird 1957 die heutige Lotsenbrüderschaft Elbe gegründet.

1858 - die Hamburger Bürgerschaft stellt erstmals drei Hafenlotsen nur für den Bereich des Hamburger Hafens ein. 1889 sind es bereits zwölf. Bis 1981 bleiben die Hafenlotsen Bedienstete der Freien und Hansestadt Hamburg, erst dann wurde die heutige Hafenlotsenbrüderschaft Hamburg gegründet.

Quellen

Alle o. g. Informationen stammen von den Websites der Hafenlotsenbrüderschaft Hamburg und der Lotsenbrüderschaft Elbe.

Linksammlung dieser und weiterer im Lotsenwesen tätigen Organisationen - Lektüre empfohlen!